Thomas Mank Gestalter

Praktische Zielsetzungen, Methodik und Zeitplanung

DomRömer – Der gebaute Diskurs (Arbeitstitel) / Format und Übersicht

1. Zielsetzung

Angelegt als Filmessay will sich »DomRömer – Der gebaute Diskurs« mit der Geschichte und den Diskussionen um das Rekonstruktionsprojekt der Dom-Römer-Bebauung auseinandersetzen und zugleich anhand dieses herausragenden Beispiels die vielschichtige kulturelle, gesellschaftspolitische und nicht zuletzt auch technische Struktur eines städtischen Zusammenseins reflektieren.

Das Rekonstruktionsprojekt berührt unterschiedlichste Themen, die zwar alle in diesem Projekt erscheinen, aber nicht zusammen in der Art einer einzigen Erzählung dargestellt werden sollten, denn eine solche Nach-Erzählung würde den Eindruck eines linearen Ablaufs bewirken, was aber weder der Gleichzeitigkeit der Ereignisse noch der Komplexität der Interessen gerecht werden. Tatsächlich will das »DomRömer – Der gebaute Diskurs« keine dokumentarische, journalistische oder historische Aufarbeitung sein, sondern im, Gegenteil, durch das Miteinander von Themen und Begriffen anhand der außergewöhnlichen Vielschichtigkeit des Rekonstruktionsprojekts die uns umzugebende alltägliche Vielschichtigkeit der Ebenen reflektieren.

2. Form – Collage der Begriffe

Der Filmessay ist bereits in der Form nichtlinear angedacht. Das heißt er soll nicht als ein geschlossenes Ganzes entstehen, sondern aus mehreren Kurzfilmen zusammengesetzt werden, die ebenso einzeln wie auch in der Kombination gezeigt werden können. Damit ist zudem auch die Verwendung auf den unterschiedlichsten Plattformen möglich.

Jeder einzelne Film sollte zum jetzigen Zeitpunkt 15 Minuten lang sein; in der Kombination sollen alle Teile zu einem 90-minütigen Filmessay zusammengesetzt gezeigt werden können.

Der Filmessay reflektiert als Ganzes wie in seinen Teilen das Rekonstruktionsprojekt aus den Perspektiven unterschiedlicher zentraler Begriffe, mit jedem Kurzfilm wird jeweils einer dieser Diskursbegriffe als Thema visualisiert.

3. Vorgehensweise – »Indexierung als poetische Methode«

Um auch eine nichtlineare Struktur der Bilder und Töne aus Assoziationen und Informationen erarbeiten zu können, orientiere ich mich in der Arbeitsplanung zunächst an der philosophischen Methodik der Dekonstruktion; konkret bedeutet das, dass die Recherche bereits in der Vorbereitung so angelegt wird, dass Sachinformationen, Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner und sonstige Materialien zunächst als separate Konvolute gesammelt und während der Erfassung auf wichtige Diskursbegriffe hin untersucht und verschlagwortet werden.

In einem parallelen Schritt zugleich mit der Sichtung der Konvolute werden die erarbeiteten Begriffe zu Begriffspaaren erweitert und durch einen gemeinsamen dritten Begriff ergänzt. In der Philosophie würde dieser dritte Begriff dem „kritischen Abbau überkommener Begriffe“ (Heidegger) dienen; ich nutze diesen Begriff, um damit eine erste visuelle Assoziation auszulösen, die wiederum dann so angelegt sein soll, dass sie bei den Betrachterinnen und Betrachtern ästhetische wie auch intellektuelle Einsichten bewirken, ohne dass diese sich über den strukturierenden Prozess im Hintergrund bewusst werden müssen.

Mit dieser Vorgehensweise will ich die Neigung unterlaufen, die unterschiedlichen Ereignisse rückblickend in scheinbar schlüssigen, linearen Erzählungen erinnern zu wollen und versuche stattdessen die unterschiedlichsten Materialien in einer anspruchsvollen Reflexion aus Assoziationen, Formen, Eindrücken und Meinungen multivalent anzuordnen.

4. Recherche

Die Recherche ist die umfassende Grundlage und notwendige Vorrausetzung für das Projekt »DomRömer – Der gebaute Diskurs«. Ihr wird die meiste Zeit eingeräumt. Vom heutigen Standpunkt aus sind zunächst fünf Kernbereiche zu definieren:

  1. Die Geschichte der Stadt Frankfurt in der Nachkriegszeit und die enormen Veränderungen im Erscheinungsbild und der Ökonomie bzw. deren Umsetzung im Stadtbild bis heute
  2. Die wachsende Sehnsucht nach einem ebenso zeitgemäßen wie historischen Zentrum
  3. Die Willensbildung im Vorfeld des Rekonstruktionsprojekts
  4. Die kontroverse Debatte um das Rekonstruktionsprojekt / Kompromiss und Ausblick
  5. »Markt 8« und »Markt 40« – die exemplarischen Arbeiten von Jordi & Keller Architekten

Die Recherche umfasst das Sichten vorhandener Filmaufnahmen und Dokumentationen jeglicher Art, die Einrichtung und Verabredung eines Netzwerks an Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern, Entwicklung eines Frage- und Gesprächskatalogs etc.

Es ist auch vorstellbar, beispielsweise im Januar die Frankfurterinnen und Frankfurter dazu aufzurufen, privates Film- und Videomaterial zur Verfügung zu stellen. Das beispielsweise könnte Dauer und Umfang der Recherche entsprechend erweitern.

Ein wichtiges Werkzeug der Recherche wird eine eigens programmierte Datenbank sein; hier werden nicht nur die Ergebnisse und Materialien eingetragen, sondern auf bereits mit Begriffen verschlagwortet, die den Grundstock für die spätere Visualisierung und Montage bilden sollen.

5. Portrait Jordi-Keller

Während der Diskurs um das Rekonstruktionsprojekt das leitmotivische Zentrum des Filmessays ist, soll ein parallel geführtes Portrait des Architektenpaares Susanne Keller / Mark Jordi anhand ihrer konkreten Überlegungen und Arbeiten zu ihren Beiträgen »Markt 8« und »Markt 40« sozusagen der rote Faden sein, auf den die thematischen Begriffe aufgereiht und praktisch dargestellt werden können.

6. Zeitplan

Das Projekt »DomRömer – Der gebaute Diskurs« soll in allen seinen Teilen bis September 2018 fertiggestellt und parallel mit der Eröffnung des Römerbergs sowie der Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum vorgestellt werden.

Von Dezember 2017 an gerechnet stehen für die Arbeiten neun Monate zur Verfügung; zehn Monate, sollte bereits im November 2017 begonnen werden können.

Auf diesen Zeitraum werden zunächst drei Meilensteine des Projekts angelegt:
  1. Vorstellung der Recherchearbeit in Form einer in sich abgeschlossenen Chronik als einer Material- und Informationsdatenbank, Übergabe als Findbuch an die DomRömer GmbH Anfang April 2018.
  2. Umsetzung der einzelnen Kurzfilme in Folge, das heißt jeder Kurzfilm soll auch in der Produktion und Montage eine abgeschlossene Filmarbeit sein, die je nach Anzahl der geplanten Teile, nacheinander angefertigt und übergeben werden.
  3. Premiere aller Kurzfilme im Zusammenschluss als eine Filmarbeit.

Bereits mit dem Ende der Recherche entsteht mit dem Findbuch der Datenbank ein erstes abgeschlossenes Werk, das als Nachschlagewerk ebenso funktionieren soll wie als ein essayistisches Lesebuch zu den unterschiedlichsten Themenbereichen in Bezug auf das DomRömer-Projekt.

Während der eigentlichen Visualisierung entstehen in regelmäßiger Folge die einzelnen Kurzfilme, die einerseits als Module Bestandteile des abschließenden Filmessays sind, zugleich aber auch als eigenständige Kurzfilme funktionieren. Auf diese Weise werden in der Zeit zwischen April und August mehrere Filme in einer Art Serie fertiggestellt.

7. Kosten

Die Kosten umfassen sämtliche Belange von Recherche und Produktion, also Honorare, Sach- und Technikkosten. Kosten für anfallende Lizenzen sind nicht berücksichtigt. Zum jetzigen Zeitpunkt können die Kosten allerdings nur grob geschätzt werden. Eine präzise Kalkulation insbesondere der Produktion wird im zweiten Monat der Recherche erstellt werden.

Neben dem Find-Buch und den Filmen bzw. dem Filmessay kann und sollte das Material auch als multimediale Web-Dokumentation in der Art einer non-linearen Erzählung umgesetzt werden. Die Kosten hierfür müssen gesondert recherchiert werden.

Thomas Mank Gestalter

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