Ré Soupault im Gespräch. Foto und Interview Paris 1995 © Thomas Mank
Ré Soupault im Gespräch. Foto und Interview Paris 1995 © Thomas Mank

Eine Frau allein gehört allen

Im Gespräch mit Rè Soupault

Es gab und gibt auch in diesem Jahrhundert nur wenig Frauen, die in der offiziellen Geschichtsschreibung den ihnen gebührenden Platz als Künstlerinnen in einer den männlichen Künstlern gleichrangigen Weise einnehmen dürfen. Rè Soupault scheint nicht die Ausnahme der Regel zu sein, doch wird bei der Betrachtung ihres vielschichtigen langen Lebens deutlich, daß hier jedes politisch korrekte Bedauern über scheinbare männliche Dominanz fehl ist und der Erkenntnis weichen muß: Das Gesamtkunstwerk, das diese Frau nicht hinterlassen hat, ist ihr eigenes Leben, der Weg von Erna Niemeyer aus Pommern zu Rè Soupault in Paris. Das wir in ihr vielleicht die eigentliche Schöpferin der Diagonalsinfonie, jenes verschollenen abstrakten Films von Viking Eggeling aus den Jahren 1922-25 vermuten dürfen, ist für sie weniger wichtig als die Möglichkeit, zu lernen, zu arbeiten und sich zu erfahren.

Wenige Monate vor ihrem Tod 1995 hatte ich die Gelegenheit, mit Rè Soupault ein ausführliches Gespräch zu führen, das meines Wissens nach einzige, dass sie im Laufe ihres langen Lebens einem Aussenstehenden gewährt hat. In Begleitung von Ursula Graeff-Hirsch sowie des Kunsthistorikers Dr. Peter Stasny gelang ein außergewöhnliches Interview, das über bloße Zeitzeugenschaft hinaus reicht und Aufschluss gibt über die Lebens- uns Schaffensumstände insbesondere von Künstlerinnen im führen 20. Jahrhundert.

Während des Gesprächs gestattete es die Künstlerin, von ihr Fotoportraits machen zu dürfen. Die Aufnahmen wurden vom mir in Schwarzweiß mit einer Minolta X700 50mm auf Illford Pan F ISO 100 bei 1/80 und im f/2.8 gemacht

Eine Zusammenfassung des Gesprächs ist als Artikel in epd Film im Sommer 1996 erschienen und kann als Text hier nachgelesen werden.