RubrikPortrait

Signalstörung

Im Jahr 1995 erkrankte mein langjährig bester und engster Freund an AIDS, unvermittelt und heftig. Die Krankheit veränderte ihn innerhalb weniger Wochen und er wurde auf die Station 68 eingeliefert, der damals bundesweit führenden Einrichtung für HIV und AIDS an der Frankfurter Uni-Klinik.

Dort begegnete ich bei meinen Besuchen zahlreichen Personen in unterschiedlichsten Stadien der Krankheit. Erschüttert vom Zustand meines Freundes, aber auch zutiefst ergriffen von der aussergewöhnlichen Menschlichkeit an diesem isolierten Ort, beschloss ich, diese Erfahrungen in einem Projekt einzubringen. (mehr …)

Signalstörung – ein Fragment

Dieser Text wurde 1996 als bestes Drehbuch mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet

Einleitung

Der Titel Signalstörung ist einem Satz entnommen, mit dem per Lautsprecher der Zugführer eines ICEs einen technischen Ausfall und den damit verbundenen Stillstand des Zuges auf offener Strecke entschuldigte. Während der Zug für eine ganze Weile nicht fahren konnte, drehten sich die gewohnten Verhältnisse gleichsam um: Stillstehend wurde der Zug zum unbewegten Teil einer Landschaft, die von den Reisenden ansonsten als vorbeiziehende erlebt werden würde, während wir Passagiere, die ansonsten uns selbst während einer Fahrt subjektiv als unbewegt erleben, nunmehr unruhig wurden, uns bewegten, liefen, suchten. Diese Unruhe endete erst, als der Zug weiter fuhr, somit die gewohnte Ordnung wieder hergestellt worden war. (mehr …)

Ré Soupault

Der folgende Artikel basiert auf einem mehrstündiges Interview, dass der Autor seinerzeit in Begleitung von Frau Ursula Graeff-Hirsch und Dr. Peter Stasny mit Rè Soupault führen konnte. Das vollständige Gespräch wurde auf Band aufgezeichnet und befindet sich analog wie digital im Besitz und Eigentum des Autors. Alle Rechte an Text, Bildern und deren Verwertung liegen beim Autor.

Eine Frau allein gehört Allen

erschienen in epd Film, Ausgabe 1/96, S. 20-26

Paris, Oktober 1995

Die Wohnung am Bois de Boulogne hat zwei Zimmer, eine Küchennische und einen kleinen Vorraum. Das Wohnzimmer hinter dem Vorraum ist einfach eingerichtet, mit Möbeln aus diversen Jahrzehnten. Ein Druck von Johannes Itten an der Wand. Bücher und Akten überall. Das einzige Fenster im Raum öffnet sich auf einen weitgefassten Innenhof.

Der Blick geht weiter in den zweiten Raum, der Schlafzimmer, Arbeitszimmer und Waschraum zugleich ist. Auffällig ein großer Kassettenrecorder. Re Soupault ist seit einigen Jahren altersblind und korrespondiert nur noch per Audiokassetten. Trotz dieser Einschränkung arbeitet sie täglich an einem neuen Fotoband und der Veröffentlichung ihres Tagebuchs. (mehr …)

Thomas Mank

Seit mehr als 25 Jahren arbeite ich als Künstler und Gestalter. Auftragsarbeiten profitierten – und profitieren – dabei von den freien Projekten und umgekehrt.

2004 gründete ich mit »Kultursysteme« meine Plattform für die Konzeption, Gestaltung und Produktion von Medienkunstprojekten.

Die Werkräume des Ateliers »Dipl.-Des. Thomas Mank« befinden sich seit 2007 im Brückenhaus, dem Zentralbau der „Weißen Stadt“, einer der fünf Siedlungen der Moderne in Berlin.

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