Der gebaute Diskurs

Es ist des Baukünstlers Aufgabe,
eine Verschmelzung der Zeiten anzustreben.
Marc Jordi

Ein Essayfilm über das Leben in der Stadt am Beispiel des neu gestalteten Römerbergs in Frankfurt am Main mit dem Ziel, einen gleichermaßen poetischen wie strukturierenden Beitrag zur Diskussion um zeitgenössische Architektur und zum Verhältnis von privatem zu öffentlichem Raum und der Stadtgesellschaft zu leisten.

Frankfurts neue Mitte – ein Essayfilm über das Zusammenleben

Tradition und Welthandel prägen Frankfurt am Main über Jahrhunderte hinweg und insbesondere in den letzten 30 Jahren auch architektonisch das Leben in der Stadt. Neben der international bekannten und für Deutschland einmaligen Skyline Frankfurts spiegelt die wechselhafte Bebauung des Römerberg die architektonische Geschichte der Nachkriegszeit.

Die Gebäude des „DomRömer-Quartiers“ stammen von unterschiedlichsten Architektinnen und Architekten. Für den Film soll die Konzeption und Erarbeitung der beiden Häuser »Markt 8 (Großer Rebstock) und »Markt 40 (Zu den drei Römern)« des Architekturbüros Jordi-Keller Architekten vertieft und stellvertretend für die übrigen erörtert werden. Ein parallel zur essayistischen Erzählung geführtes Portrait des Architekten-Ehepaares Susanne Keller – Mark Jordi soll der rote Faden sein, an dem entlang das Motiv „DomRömer-Quartier“ entwickelt wird.

Die Rekonstruktion und Neudefinition der historischen Altstadt, die nach dem 2. Weltkrieg noch weitgehend erhalten den technischen Anforderungen eines durchökonomisierten Neuanfangs geopfert worden war, hat einen Diskurs ausgelöst, der über Frankfurt hinaus reicht und die Gelegenheit bietet, sich im Zeitalter der Globalisierung dokumentarisch und künstlerisch mit Begriffen wie „Heimat“ und „Identität“ zu befassen.

Als Essayfilm angelegt will »DomRömer – Der gebaute Diskurs« (Arbeitstitel) eine vielschichtig kulturelle, gesellschaftspolitische und technische Herausforderung nachzeichnen. Dazu werden handelnde Personen im Kontext ihrer Entscheidungen befragt und mit dem Porträt der Lebens- und Arbeitsweise des mit zwei markanten Gebäuden vertretenen Architektenpaares Susanne Keller und Marc Jordi grundsätzliche Beweggründe und Dynamik architektonischen Schaffens reflektiert.

Mac Jordi im Büro Jordi-Keller

In Frankfurt zunächst mit dem Haus »Markt 40« beauftragt gewannen Jordi-Keller Architekten einen internen Wettbewerb zum Bau von »Markt 8«. Das Ergebnis ist eine architektonische wie städtebauliche Lösung, die der Bedeutung des Römerbergs für das kollektive Stadtgedächtnis entspricht. Damit wurde nicht nur die Entwurfsarbeit gewürdigt, sondern eine künstlerische Auffassung, die sich konsequent in sämtlichen ihrer Arbeiten wiederspiegelt, das skizzenhafte Aufzeigen der großen epochenübergreifenden Entwicklungen regionaler Bautraditionen mit dem Ziel, durch Bezugnahme auf Geschichte und Umgebung die Rahmenbedingungen für eine vielschichtige Architektur zu schaffen.

Das dokumentarische Material soll in einer experimentellen Montage mit dem Ziel verbunden werden, einen gleichermaßen poetischen wie strukturierenden Beitrag zur Diskussion um zeitgenössische Architektur und zum Verhältnis von privatem zu öffentlichem Raum und der Stadtgesellschaft zu leisten.Das Medium Film ist hierfür das Instrument der visuellen Reflexion ebenso wie der Geschichtsschreibung, das Kino als gleichermaßen virtueller wie sozialer und architektonischer Raum die kongeniale Entsprechung der Thematik. 

Recherche

Die Recherche ist die umfassende Grundlage und notwendige Vorrausetzung für das Projekt »DomRömer – Der gebaute Diskurs«. Ihr wird die meiste Zeit eingeräumt. 

Die Recherche umfasst das Sichten vorhandener Filmaufnahmen und Dokumentationen jeglicher Art, die Einrichtung und Verabredung eines Netzwerks an Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern, Entwicklung eines Frage- und Gesprächskatalogs etc. 

Es ist auch vorstellbar, im Januar die Frankfurterinnen und Frankfurter dazu aufzurufen, privates Film- und Videomaterial zur Verfügung zu stellen. Das beispielsweise könnte Dauer und Umfang der Recherche entsprechend erweitern.

Die Zusammenarbeit mit Jordi-Keller Architekten bietet den Einblick in einen künstlerisch konsequent wie gleichermaßen durchstrukturierten Arbeitsalltag. Die Darstellung architektonischer Konzepte ebenso wie die Kontrolle der Gewerke vor Ort sollen zunächst das dramaturgische Grundgerüst bilden, anhand dessen »DomRömer – Der gebaute Diskurs« geführt werden wird.Ein wichtiges Werkzeug der Recherche wird eine eigens programmierte Datenbank sein; hier werden nicht nur die Ergebnisse und Materialien eingetragen, sondern auf bereits mit Begriffen verschlagwortet, die den Grundstock für die spätere Visualisierung und Montage des Essayfilms bilden sollen.

Seit mehr als 25 Jahren arbeite ich als Künstler und Gestalter. Auftragsarbeiten profitierten – und profitieren – dabei von den freien Projekten und umgekehrt.

2004 gründete ich mit »Kultursysteme« meine Plattform für die Konzeption, Gestaltung und Produktion von Medienkunstprojekten.

Die Werkräume des Ateliers »Dipl.-Des. Thomas Mank« befinden sich seit 2007 im Brückenhaus, dem Zentralbau der „Weißen Stadt“, einer der fünf Siedlungen der Moderne in Berlin.

Neueste Beiträge