DomRömer – der gebaute Diskurs Skizze Gesprächsporträt

Situation: Firma X. Die Büros sind in einem der wenigen barocken Gebäude Frankfurts am Liebfrauenberg eingerichtet und befinden sich damit im Mittelpunkt der nördlichen Altstadt, im Zentrum Frankfurts.

Die Räumlichkeiten im mittleren Stock beherbergen zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; ein ausführliches Gespräch mit dem Geschäftsführer und Leiter des Projekts findet in einem leeren Konferenzraum statt.

Herr K. sitzt mit dem Rücken zum Fenster. Im Ausschnitt sind Teile der Fassade der unmittelbar benachbarten Liebfrauenkirche und ihrer angegliederten Gebäude zu erkennen. Sie wirken wie die Hintergrundkulisse für das Gespräch.

Das Bild erinnerte ikonografisch an die Darstellung eines spätmittelalterlichen Patriarchen oder vornehmen Frankfurter Bürgers, der sich seiner Bedeutung und Integrität gegenüber jeder Beeinflussung durch da politische Tagesgeschäft sicher ist. Für den Geschäftsführer eines derart bedeutenden Vorhabens, das im Fokus von Politik und kritischer Öffentlichkeit steht, eine grundlegend wichtige Vorrausetzung.

Diese Inszenierung an einem exponierten Ort, in einem großen leeren Raum auf einer ansonsten dicht belebten Büroetage zwischen Mitarbeitenden, die trotz zweistündiger Gesprächsdauer nicht unterbrechen unterstreicht die Bedeutung, die der DomRömer GmbH, dem Vorhaben und der Person des Geschäftsführers beigemessen wird.

Anschließend geht Herr K. den kurzen Weg vom Liebfrauenberg in die nahegelegene Neue Altstadt und verliert sich zwischen den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die in größeren und kleineren Gruppen scheinbar ziellos durch die Gassen drängen.

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Thomas Mank 06/19